PROJEKTZIELE

Berichte über den Islam und besonders über muslimische Männer sind in Deutschland derzeit allgegenwärtig. Die meisten von ihnen zeichnen dabei ein immer gleiches Bild: Muslimische Männer werden pauschalisierend als eine dunkelhaarige, junge, sexuell potente und aggressive Bedrohung „unserer“ Gesellschaft und „unserer“ Werte dargestellt. Nach den Vorfällen in Köln Silvester 2015 geschah dies etwa in einer Diskussion mit medialen Bezeichnungen wie „Sex-Attacken von Migranten“  oder jüngst in der politisierten Bezeichnung von Wanderungsbewegungen von Menschen aus Not- und Krisengebieten als „Messermigration“. Das Bild eines stereotypisierten und fremdgezeichneten Mannes als Bedrohung für „unsere Frauen“ ist dabei weder neu noch unpolitisch. Vielmehr lassen sich seine Wurzeln bis in die Zeiten des Kolonialismus und auch des Nationalsozialismus verfolgen.

Das Modellprojekt „Vaterzeit im Ramadan?!“ setzt sich vor diesem Hintergrund mit den spezifischen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander, mit denen sich muslimisch markierte Männer und Väter in Deutschland konfrontiert sehen. Ziel des Projekts ist es, einen Beitrag zur Reflexion und Bearbeitung des gegenwärtig in ganz Europa erstarkenden antimuslimischen Rassismus zu leisten um eine realistische Wahrnehmung der Effekte von Rassismus für Betroffene zu fördern. Des Weiteren möchte das Projekt mit verschiedenen Akteur*innen über Möglichkeiten ins Gespräch kommen, sich in ihrer Praxis gegen Rassismus und Diskriminierung zu engagieren.

Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen praxisorientierte Weiterbildungen für Fachkräfte und Multiplikator*innen. Über die Arbeit in unseren Fortbildungen hinaus suchen wir in Audio- und Videoarbeiten nach alternativen Bildsprachen zu den einseitigen und festschreibenden Darstellungen muslimisch markierter Männer und haben in diesem Kontext eine Wanderausstellung zum Thema entworfen.

Der Projekttitel „Vaterzeit im Ramadan?!“ weist dabei auf die Entstehung des Projekts hin, in welcher wir als Familienverband die Benachteiligung und Diskriminierung von muslimisch markierten Vätern bereits vor vielen Jahren als Thema in den Blick nahmen.