Ausgangslage

In gesellschaftlichen Männlichkeitsdiskursen
wird ein Idealtypus des engagierten und fürsorglichen Mannes und Vaters konstruiert, der sich aktiv an der Kindererziehung beteiligt, auch im Haushalt Verantwortung übernimmt und so eine gerechtere Balance geschlechtlicher und familiärer Arbeitsteilung voranbringt. Dieses stark normativ aufgeladene Bild steht im Gegensatz zu negativen Bildern von männlichen Migranten, die als Täter-Figur unter Schlagworten wie Ehrenmord, Zwangsheirat oder Parallelgesellschaft medial präsent sind. Aus einer Kritik an traditionellen Männlichkeitsentwürfen werden allgemeingültige defizitäre Zuschreibung von denen vor allem muslimische Männer und Väter überaus stark betroffen sind. Ihnen werden, unabhängig von konkreter religiöser Praxis, rassistische Stereotype vom autoritären islamistischen Patriarchen übergestülpt und nicht selten werden sie auch von Institutionen
und Fachkräften als potenzielles Sicherheitsproblem für ihre Kinder betrachtet und dementsprechend behandelt. In unserer Arbeit erleben wir, dass angesichts der weit verbreiteten Vorurteile andere Aspekte, wie zum Beispiel Fürsorge und Erziehungs -kompetenzen, nur eingeschränkt zur Geltung kommen. Kulturelle und soziale Diversität, inklusive vielfältiger Partnerschaftsmodelle und Lebensentwürfe, sind in der Öffentlichkeit selten präsent und werden diesen Männern und Vätern kaum zugestanden./p> chen.